Pressemitteilung vom 21.06.2021

Tariffreie Zone Amazon ist nicht akzeptabel

Zu den Streiks der Gewerkschaft ver.di an mehreren Amazon-Standorten anlässlich des „Amazon Prime Day“ am 21. und 22. Juni erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Amazon hat wie kaum ein anderes Unternehmen von der Corona-Krise profitiert. Das haben die Beschäftigten mit ihrer guten und engagierten Arbeit unter erschwerten Bedingungen ermöglicht. Für diese Leistung haben die Beschäftigten nicht nur höhere Löhne und gute Arbeitsbedingungen, sondern auch Respekt und Anerkennung in Form eines Tarifvertrags verdient.

Es ist nicht akzeptabel, dass Amazon weiterhin eine „tariffreie Zone“ bleibt. Das geht zulasten der Beschäftigten und verschärft die Konkurrenz im Einzelhandel. Die Geschäftspraxis von Amazon passt auch nicht zum Prinzip der Sozialpartnerschaft, wie es in Deutschland üblich ist. Dazu gehört es, mit Gewerkschaften Tarifverträge auszuhandeln und sich auf gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne zu einigen. Deshalb sind die Streiks der Beschäftigten richtig und die logische Konsequenz. Denn ein Tarifvertrag würde endlich regelmäßige Lohnerhöhungen, Urlaubsansprüche, Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie gesunde Arbeitsbedingungen garantieren.

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat