Pressemitteilung vom 01.06.2021

Tarifvertrag in der Fleischbranche: Signalcharakter auch für andere prekäre Branchen

Zur Einigung der Tarifpartner auf einen deutschlandweiten Mindestlohn für die Fleischbranche erklären Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik, und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Der Tarifvertrag zu einem deutschlandweiten Mindestlohn für die Fleischbranche ist ein toller Erfolg der Sozialpartnerschaft, der hoffentlich auch für andere prekäre Branchen Signalcharakter hat. Von dieser Einigung werden zehntausende Beschäftigte profitieren. Auch die Ankündigung, dass dieser branchenspezifische Mindestlohn nur ein Auftakt ist und weitere tarifliche Vereinbarungen zu Themen wie Urlaub und Arbeitszeiten angestrebt werden, ist zu begrüßen.

Dieser Erfolg beweist auch, dass es richtig und gut war, Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischbranche gesetzlich zu beschränken. Damit wurde für die Arbeitgeberseite ein echter Anreiz geschaffen, statt auf prekäre Arbeitsverhältnisse wieder mehr auf Dialog mit der zuständigen Gewerkschaft und auf eine funktionierende Sozialpartnerschaft zu setzen. Das wird hoffentlich ein Erfolgsmodell auch für andere Branchen sein, in denen normale Arbeitsverhältnisse ebenfalls unter Druck stehen. Am Ende ist eine gelebte Sozialpartnerschaft mit flächendeckenden Tarifverträgen und betrieblicher Mitbestimmung der beste Weg um Arbeitsbedingungen und Entlohnung zu verbessern.

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat