Pressemitteilung vom 29.07.2021

Teilhabe Langzeitarbeitsloser dauerhaft sichern und verbessern

Anlässlich der heute von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für den Monat Juli 2021 erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist positiv und das gibt Hoffnung. Die guten Aussichten dürfen aber nicht über weiterhin steigende Zahlen bei der Langzeitarbeitslosigkeit hinwegtäuschen. Die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt ist vor allem für jene schwieriger geworden, die bereits vor Corona arbeitslos waren. Damit sie nicht weiter abgehängt werden, braucht es qualitativ hochwertige und individuell zugeschnittene Qualifizierungsangebote.

Der Soziale Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Baustein, um Menschen, die lange arbeitslos waren, mehr Teilhabe zu ermöglichen. Es gilt daher, das Instrument auszubauen und zu entfristen. Notwendig ist auch eine flexiblere Ausgestaltung des Zugangs und der Förderdauer – Menschen und ihre Bedürfnisse sind individuell und das muss sich endlich auch in der Arbeitsförderung widerspiegeln. Das bedeutet auch, dass gemeinnützig orientierte Beschäftigungsträger ausreichend finanziert werden müssen.

Eine Weiterentwicklung ist auch mit Blick auf das beschäftigungsbegleitende Coaching geboten. Der Preisdruck in Ausschreibungen muss ein Ende haben und Teilnehmende entsprechend ihres tatsächlichen Bedarfs über den gesamten Förderzeitraum beraten werden. All das würde Arbeitslosen, Jobcentern und Arbeitgeber:innen mehr Sicherheit und damit einen dauerhaften Gewinn bieten.

Foto von Beate Müller-Gemmeke MdB
Beate Müller-Gemmeke
Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik Koordinatorin Gewerkschafts- und Sozialbeirat