Pressemitteilung vom 26.04.2019

Tschernobyl-Jahrestag: Europäischer Atomausstieg für mehr Sicherheit notwendig

Zum Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl erklärt Sylvia Kotting-Uhl MdB:

33 Jahre nach dem Super-GAU bleibt Tschernobyl unverändert Mahnmal für das tödliche Risiko der Atomkraft. Tschernobyl lehrt uns: Atomkraft ist unbeherrschbar. Davon zeugt nicht zuletzt die schwierige Inbetriebnahme des neuen Sarkophags.

Deutschland ist umgeben von Risikomeilern wie Beznau und Leibstadt in der Schweiz, Fessenheim und Cattenom in Frankreich, oder Doel und Tihange in Belgien. Aufgrund geplanter Laufzeitverlängerungen überalterter Reaktoren vergrößert sich das Atomrisiko. Atomkraftwerke mit einer Konzeption aus den Siebzigern, die heutigen Sicherheitsanforderungen längst nicht mehr genügen, können nicht nachgerüstet werden und stellen eine besonders große Unfallgefahr dar. Die Regierung muss sich stärker dafür einsetzen, dass es in Europa grundsätzlich keine längeren AKW-Betriebszeiten als 40 Jahre mehr gibt. Und dafür, dass Anrainerinnen und Anrainer ein Mitspracherecht bei den Sicherheitsanforderungen für grenznahe Atomkraftwerke bekommen.

Schließlich kann Deutschland von seinen europäischen Partnern keinen gewissenhafteren Umgang mit der Atomkraft verlangen, ohne selbst konsequent zu handeln. Daher müssen endlich auch die hiesigen Atomfabriken Urenco in Gronau und ANF in Lingen stillgelegt werden. Unser Gesetzentwurf dazu liegt längst vor. Die Bundesregierung muss endlich auch handeln!

 

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