Pressemitteilung vom 05.11.2020

Umweltzerstörung in Konflikten nicht vergessen

Zum Tag für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten erklärt Ottmar von Holtz, Sprecher für Zivile Krisenprävention:

Kriege und bewaffnete Konflikte haben nicht nur schwerwiegende Auswirkungen auf die betroffenen Menschen, sondern oft auch auf die Umwelt. Der Internationale Tag gegen die Umweltzerstörung in Kriegen mahnt die Folgen von bewaffneten Auseinandersetzungen für die Natur an. In umkämpften Konfliktgebieten werden häufig natürliche Lebensgrundlagen dauerhaft zerstört. Verseuchtes Grundwasser durch Giftstoffe aus Bomben, kontaminierte Böden und das Niederbrennen von Wäldern erschweren den Wiederaufbau in Konfliktregionen und stellen zusätzliche Herausforderungen für die Friedensförderung dar. Auch der Beschuss von Ölraffinerien und Chemiefabriken wie in Syrien und der Einsatz von Uranmunition wie im Irak haben neben den verheerenden Folgen für die Bevölkerung jahrelange oder gar jahrzehntelange Auswirkungen auf die Umwelt. 
Dennoch wird die Verbindung von bewaffneten Konflikten und Umweltzerstörung noch immer vernachlässigt. Obwohl die Bundesregierung 2017 mit den Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ eine neue Grundlage für den Umgang mit bewaffneten Konflikten auf den Weg gebracht hat, ist die Schnittstelle zwischen Umwelt und Kriegen kaum aufgegriffen worden. Die Bundesregierung muss Umweltschäden, die auf Kriege zurückzuführen sind, entschiedener verhindern und bei der Behebung bereits entstandener Schäden massiv unterstützen. Dabei müssen die unterschiedlichen  Ministerien endlich eine kohärente Politik verfolgen. Insbesondere muss das Umweltministerium noch stärker eingebunden werden, um zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Außen- und Sicherheitspolitik beizutragen. Für die langfristige Unterstützung in der Friedensförderung, die auch umweltbezogene Faktoren miteinbezieht, werden außerdem langfristige Fördermechanismen benötigt.
Neben der direkten Zerstörung der Umwelt in bewaffneten Konflikten sind auch die Folgen der Klimakrise Teil des Problems, gerade wenn natürliche Ressourcen als Konfliktmultiplikator im Spiel sind. Bereits heute gibt es klimabedingte Konflikte, die insbesondere mit der Ressourcenknappheit zu tun haben, beispielsweise in der Sahel-Region. Ganz besonders im Zuge der Klimakrise muss präventiv gehandelt werden, um Konflikten vorzubeugen. Nicht nur um Menschen zu schützen, sondern auch deren Umwelt und die darin lebenden Tier- und Pflanzenarten, die im Falle eines bewaffneten Konflikts gefährdet wären. Der Internationale Tag gegen Umweltzerstörung in Kriegen ist dementsprechend eine Mahnung und erinnert gleichzeitig an den Handlungsbedarf in der Berücksichtigung der Umweltschäden in bewaffneten Konflikten.


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