Pressemitteilung vom 28.05.2019

Urlaubsgeld: Beschäftigte mit Tarifvertrag stehen besser da

Zu der Analyse des WSI-Tarifarchivs, nach der nur noch knapp die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland Urlaubsgeld erhält, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik:

Wieder ein Grund mehr, warum die Tarifbindung gestärkt werden muss. Denn die Zahlen zeigen ganz deutlich: Dort, wo es Tarifverträge gibt, bekommen die Beschäftigten nicht nur höhere Löhne, sondern sie profitieren in der Regel auch von einem tariflich vereinbarten Urlaubsgeld. Gibt es keinen Tarifvertrag, gehen die Beschäftigten meist leer aus.

Die Zahlen zum Urlaubsgeld zeigen einmal mehr, wie wichtig die Tarifbindung ist. Wenn aber in manchen Branchen die Tarifpartnerschaft nicht mehr funktioniert, dann muss das Tarifvertragssystem politisch gestützt und gestärkt werden. Deshalb ist es an der Zeit, dass die Bundesregierung endlich Maßnahmen ergreift, um die Tarifbindung zu stärken. Zu allererst muss der Mindestlohn deutlich steigen. Denn ein höherer Mindestlohn stärkt das Tarifvertragssystem von unten. Außerdem müssen Allgemeinverbindlicherklärungen weiter erleichtert werden, damit Tarifverträge für alle Betriebe einer Branche gelten.

Die sinkende Tarifbindung führt dazu, dass die Schere bei den Einkommen in Deutschland immer weiter auseinander geht. Deshalb müssen kollektive Regelungen endlich wieder selbstverständlich werden. Und die Bundesregierung muss das mit wirkungsvollen Maßnahmen flankieren. Denn es geht um die Beschäftigten und die müssen im Mittelpunkt der Politik stehen.