Pressemitteilung vom 14.07.2020

Verbot des Kükenschredderns ist längst überfällig

Zum Kükentöten erklären Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, und Renate Künast, Sprecherin für Tierschutzpolitik:

Das Töten männlicher Küken führt die Brutalität ökonomisch durchgetrimmter Massentierhaltungsprozesse vor Augen: Die ethische Verantwortung für lebende Tiere fällt einer rein wirtschaftlichen Betrachtungsweise zum Opfer. Das Verbot des Kükenschredderns ist längst überfällig. Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits 2019 geurteilt, dass rein wirtschaftliche Interessen rechtlich nicht zulässig sind und jetzt ist sogar ein großer Discounter der Ministerin zuvorgekommen. Aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium erwarten wir nun ein endgültiges und eindeutiges Verbot des Tötens männlicher Küken bis 2021. Zu dem Thema ist alles gesagt und besprochen, so dass wir ein entsprechendes Gesetz gerne noch im September verabschieden können.

Julia Klöckner muss sich bei der Tierhaltung endlich aus dem Klammergriff der Industrie lösen und drängende Tierschutzfragen beantworten: Die ganzjährige Anbindehaltung bei Rindern und Qualzucht muss beendet, ebenso das im Tierschutzgesetz bestehende Amputationsverbot endlich umgesetzt werden.

Auch über das unbeschreibliche Tierleid beim Transport schweigt sich die Ministerin aus, dabei ist der Handlungsdruck enorm. Weiterhin sind nicht versorgte Tiere bei sengender Hitze stundenlang auf den Straßen unterwegs. Dringend geboten ist eine Begrenzung der Dauer von Tiertransporten auf vier Stunden innerhalb Deutschlands und acht Stunden bei internationalen Transporten. Lebendexporte in außereuropäische Länder müssen verboten werden. Die Schlachtstrukturen sollten regionalisiert werden, um Tiertransporte innerhalb Deutschlands zu verkürzen.

Die systematische Ausbeutung der Tiere kann nicht weiter toleriert werden und muss ganz vorne auf die politische Agenda, statt immer erst als Reaktion, wenn es auch der letzte Industrievertreter verstanden hat oder ein Gericht es erzwingt.

Für alle, die Tiere respektvoll halten, muss endlich fairer Wettbewerb entstehen, durch eine verpflichtende Haltungskennzeichnung. Ministerin Klöckner ist längst im Verzug. 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik