Pressemitteilung vom 07.12.2018

Verbraucherschutz statt Cannabisschmutz

Zum heute veröffentlichten Jahresbericht zur Situation illegaler Drogen erklärt Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Drogenpolitik:

Die Bundesregierung trägt die Verantwortung dafür, dass der Konsum von Cannabis unter den Bedingungen des Schwarzmarktes stattfindet. Der Schwarzmarkt verhindert den Gesundheits- und Jugendschutz. Die organisierte Drogenkriminalität hat ein Interesse daran, Kinder und Jugendliche über Cannabis auch an schädlichere Drogen zu bringen. Es wird Zeit, dass der Markt endlich in staatliche Hände kommt. Den organisierten Drogenkartellen muss der Markt entzogen werden. Nur wenn es eine kontrollierte Abgabe von Cannabis gibt, können Regeln für den Jugendschutz umgesetzt werden.

Konsumierende brauchen Sicherheit über die Qualität der Drogen, die sie nehmen. Auf dem illegalen Markt steigt der Wirkstoffgehalt von Cannabisblüten. Die Konsumierenden wissen oft nicht, welche Intensität das gekaufte Cannabis hat und ob es mit Streckmitteln versetzt wird. Synthetische Cannabinoide, die heimlich Cannabisblüten hinzugefügt werden, können im Gegensatz zum pflanzlichen Cannabis sogar tödlich sein. Eine Abgabe in Cannabisfachgeschäften mit einer klaren Deklaration der Produkte würde die Verbraucherinnen und Verbraucher schützen. Der Jahresbericht zur Situation illegaler Drogen liefert gute Argumente für eine Umkehr der Drogenpolitik der Bundesregierung. Prävention, Gesundheitsschutz und Jugendschutz müssen endlich Vorrang bekommen vor der Kriminalisierung der Konsumierenden. 

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