Pressemitteilung vom 25.06.2021

Vier Jahre Stillstand in der Drogenpolitik auf dem Rücken der Betroffenen

Zum Weltdrogentag am 26. Juni erklärt Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Drogenpolitik:

Trotz regelmäßiger Beteuerungen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und aus den Reihen der Koalition ist die Bilanz der Drogenpolitik ernüchternd. Eine Drogenpolitik, die Schadensminimierung in den Mittelpunkt stellt, ist überfällig. Drugchecking muss endlich bundesweit ermöglicht sein. Ankündigungen der Drogenbeauftragten dazu sind im Nichts verhallt. Auch eine Verstetigung der erleichterten Substitutionstherapie bringt viele Vorteile für die Betroffenen, ist aber im Entwürfe-Ordner der Koalition hängen geblieben. Wer süchtig ist braucht Hilfe und keine Strafverfolgung. Die Prohibition ist gescheitert.

Eine kluge Regulierung verbessert den Gesundheits- und Jugendschutz. Cannabis sollte deshalb aus dem Betäubungsmittelgesetz gestrichen und in Fachgeschäften, zu denen nur Erwachsene Zutritt haben, kontrolliert abgegeben werden. Dem Schwarzmarkt die Kontrolle über den Cannabishandel zu entziehen und in staatliche Hand zu überführen, ist die Grundlage für Jugend- und Gesundheitsschutz.