Pressemitteilung vom 09.12.2019

WADA-Entscheidung richtig und notwendig – doch Fragen bleiben offen

Zur Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), den russischen Spitzensport für vier Jahre zu sperren, erklären Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik, und Erhard Grundl, Mitglied im Sportausschuss: 

Die Entscheidung der WADA ist richtig und notwendig. Der Spitzensport in Russland ist weiter dopingbelastet. Die notwendigen Reformen im russischen Sport sind seit den mehrfachen und mehrjährigen Täuschungen und Manipulationen ausgeblieben. Der sportliche Wettkampf im internationalen Spitzensport wurde über Jahre verfälscht. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Integrität des russischen Spitzensports ist aktuell nicht gegeben. Der russische Spitzensport ist Wiederholungstäter.

Gleichwohl gibt es Unklarheiten in der WADA-Entscheidung: So bleibt die Frage unbeantwortet, welche nach Russland vergebenen Sportgroßveranstaltungen in den kommenden Jahren nicht in Russland stattfinden dürfen. Offen bleibt auch, was mit Weltcuprennen im Wintersport oder auch mit Spielen der Endrunde der Fußball-Europameisterschaft der Männer 2020 geschieht. Zudem gibt es keine Antwort darauf, ob die bisher durchgeführten Dopingkontrollen bei internationalen Sportgroßveranstaltungen für alle teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler unverfälscht geblieben sind.

Ein großer Dank gilt den Hinweisgeberinnen und Hinweisgebern, die die Dopingpraxis in Russland geschildert und dokumentiert haben, und dafür Gefahren für das eigene Leben ausgesetzt sind. Der Nachweis der hundertfachen Datenmanipulation des Moskauer Dopingkontrolllabors ist nur durch die Übergabe einer unverfälschten Datenliste durch einen Hinweisgeber möglich gewesen. Hier müssen WADA und die Sportorganisationen endlich einen wirksamen Schutz einrichten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Monika Lazar
Sprecherin für Sportpolitik Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus