Pressemitteilung vom 28.04.2019

Weltbiodiversitätsrat in Paris: Schutz der Artenvielfalt im Fokus

Zur morgen (29.4.) beginnenden Sitzung des Weltbiodiversitätsrates IPBES in Paris erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutz:
Die diesjährige Sitzung des UN-Weltbiodiversitätsrates ist ein wichtiger Meilenstein für den internationalen Schutz der Vielfalt der Tiere und Pflanzen. Der Artenreichtum unserer Planeten schwindet in besorgniserregender Schnelligkeit und vom internationalen verbindlich vereinbarten Ziel, das Artensterben bis zum Jahr 2020 zu stoppen ist die Weltgemeinschaft, und auch die Bundesregierung, weit entfernt. Umso nötiger ist die Arbeit des Rates, als Schnittstelle zwischen Forschung und Politik, für den globalen Kampf gegen das Artensterben.
Der geplante Beschluss des Weltbiodiversitätsrates zur globalen Lage der biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen von 150 Experten aus 50 Ländern mit der Untersuchung von Ursachen und Folgen der Biodiversitätskrise wird zeigen, wo die Welt mit Blick auf das Artensterben und andere internationale Ziele wie die Aichi-Ziele, die Nachhaltigkeitsziele (SDG) und das Klimaabkommen von Paris genau steht. Es ist von enormer Bedeutung, dass von diesem Bericht des Weltbiodiversitätsrates eine ähnliche Durschlagskraft ausgeht wie vom Weltklimarat IPCC zur Klimakrise. Denn eine öffentliche Debatte um das Artensterben und seine Ursachen ist dringend nötig, um die Politik endlich zum Handeln für den Schutz und Erhalt unserer Natur und Lebensgrundlagen zu bringen.
Auch Deutschland trägt eine Verantwortung für die Biodiversität. Die Bundesregierung muss handeln, bevor der Frühling verstummt und Felder und Wälder leer sind. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung reichen noch lange nicht aus, um das Artensterben in Deutschland bis 2020 zu stoppen. Ganz im Gegenteil: die Bundesregierung subventioniert mit Milliarden die voranschreitende Naturzerstörung. Wir brauchen eine Trendwende im Artenschutz, die den größten Verursachern des Artensterbens Einhalt gebietet. Statt hunderte Pestizide ohne Prüfung zuzulassen, braucht es für den Erhalt unserer Artenvielfalt eine Agrarwende und einen Ausstieg aus Ackergiften wie Glyphosat und Neonikotinoiden und eine bessere Umsetzung und Finanzierung des Naturschutzes.

 

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Steffi Lemke
Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik