Pressemitteilung vom 15.04.2020

WHO braucht nicht weniger, sondern mehr Geld

Zum Stopp der Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO durch US-Präsident Trump erklären Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und Jürgen Trittin, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss:

Die WHO spielt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie eine entscheidende Rolle. Dass Präsident Trump mitten in diesem weltweiten Kampf die Zahlungen der USA als größtem Geldgeber der Organisation stoppt, ist verantwortungslos. Dieser Schritt schwächt die WHO ungemein und gefährdet vor allem auch Menschen in ärmeren Ländern, die besonders auf eine übergeordnete, starke Institution angewiesen sind, die in der Krise medizinische Hilfen koordiniert.

Die WHO braucht für die Herausforderungen der globalen Gesundheit nicht weniger, sondern mehr Geld. Ihr Notfallfonds gegen Epidemien ist unterfinanziert, obwohl Corona schmerzlich verdeutlicht, wie wichtig es ist, gegen globale Krankheitsausbrüche weltweit und gut organisiert vorzugehen.

Doch auch jenseits des Krisenmodus gilt es, die Arbeit der WHO für die globale Gesundheit zu stärken, vor allem, um sie in den Aufbau und die Stärkung von Gesundheitssystemen einbinden zu können. Mittelfristig müssen sich die Mitgliedsstaaten dafür einsetzen, dass die Beiträge an die WHO substanziell erhöht werden.

Natürlich müssen WHO und Vereinte Nationen nach dem Ende der Corona-Pandemie aufarbeiten, wie sich die Krankheit derart schnell ausbreiten konnte, welche Rolle die Informationspolitik Chinas zu Beginn der Krise und der Umgang der WHO damit gespielt haben. Aber jetzt ist die Zeit der internationalen Solidarität und nicht die Zeit, mit dem Finger auf andere zu zeigen, um vom eigenen Versagen abzulenken, wie Trump es wieder einmal tut.