Pressemitteilung vom 21.04.2020

WHO: Unabhängige Aufklärung des Pandemie-Prozesses

Anlässlich der Anschuldigungen der Trump-Administration gegen die WHO und China erklären Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und Jürgen Trittin, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss:

Der gleiche Donald Trump, der die militante Rechte in den USA zu einem Bürgerkrieg gegen gewählte Gouverneure aufstachelt, hat die Weltgesundheitsorganisation zum Sündenbock für sein eigenes Versagen in der Coronakrise gemacht. Und er beschuldigt China massiv, die Verantwortung für diese Krise zu tragen.

Gerade weil diese Manöver so durchsichtig sind, kann es darauf nur eine Antwort geben: völlige Transparenz. Wir fordern die WHO auf, eine unabhängige Aufklärung des Pandemie-Prozesses einzuleiten. Es muss untersucht werden, wann und wie Covid-19 ausbrach, wer Patient zero ist. Auch die Versäumnisse verschiedener Akteure wie Chinas anfängliche Vertuschungsversuche und die Rolle der WHO in dieser Krise müssen ebenso untersucht werden, wie die Folgen von Donald Trumps langer Untätigkeit.

Gegen Fake News, Schutzbehauptungen und halbseidene Geheimdienstberichte sollte eine internationale Kommission aus Medizinern, Virologen und weiteren Experten für Transparenz sorgen. Nur eine unabhängige Kommission kann für Aufklärung sorgen.

Die WHO ist trotz Fehlern das beste Instrument zur Bekämpfung einer Pandemie. Schlicht, weil es die einzige internationale Organisation dafür ist. Die internationale Gemeinschaft darf nicht zulassen, dass dieses Instrument zerstört wird.

Eine unabhängige Aufklärung ist deshalb nicht nur ein Beitrag zum Gesundheitsschutz, sondern auch zum Schutz des Multilateralismus. Wir erwarten von Bundesaußenminister Heiko Maas, dessen Allianz für den Multilateralismus sich bisher nicht in Praxis beweisen konnte, dass er sich dafür einsetzt.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher