Pressemitteilung vom 14.10.2019

Wirtschaftsnobelpreis: Glückwunsch an Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer!

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die globalen Armutsforscher Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer. Hierzu erklären die Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter:

Es ist ein wichtiges Zeichen, den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften an die drei globalen Armutsforscher Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer für ihren experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut zu verleihen.
Die Vergabe des Preises für Wirtschaftswissenschaften an globale Armutsforscher ist Signal und Auftrag an die Regierungen, sich dem Thema Armutsbekämpfung in unseren Gesellschaften und in den ärmsten Ländern stärker zu widmen.
Duflo, Banerjee und Kremer haben gezeigt, dass es keine weltweiten Blaupausen und Standardrezepte gegen Armut gibt. Aus ihrer Sicht sind individuell zugeschnittene kleinteilige Lösungen, die an kulturelle Kontexte angepasst sind, erforderlich, um Armut langfristig zu mindern.

Zu Recht steht die Bekämpfung der Armut ganz oben auf der Liste der zu lösenden globalen Entwicklungsaufgaben auch im Leitbild der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030. Die Industrieländer müssen ihren Teil zur globalen Armutsbekämpfung beitragen, insbesondere durch strukturelle Veränderungen der weltwirtschaftlichen Bedingungen, etwa durch den Abbau von Handelshemmnissen für Exporte aus Entwicklungsländern, den Abbau von Schulden und fairen globalen Steuerregeln.

Notwendig ist jedoch auch eine wirksamere Unterstützung der Entwicklungsländer im Kampf gegen ihre Armut im Rahmen der bi- und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Dazu ist es notwendig, dass die Geber - allen voran die Bundesregierung und ihre Durchführungsorganisationen - ganz im Sinne der diesjährigen Preisträger ihren Fokus auf die Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit stärken. Dabei geht es um eine stärkere Partnerorientierung, anstatt deutsche Interessen in den Vordergrund zu stellen.

Wir freuen uns über diese Entscheidung und hoffen, dass durch diese Anerkennung für die Forscher die evidenzbasierte Wirkungsmessung in der Entwicklungszusammenarbeit auch in Deutschland künftig ausgebaut wird.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher