Statement 11.04.2016

Tabea Rößner zur aktuellen Debatte um das umstrittene Erdogan-Gedicht von Jan Böhmermann

Zur aktuellen Debatte um das umstrittene Erdogan-Gedicht von Jan Böhmermann erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medien:

„Die Bundeskanzlerin hat der Presse- und Kunstfreiheit einen Bärendienst erwiesen. Angela Merkel hat bewusst keinen Kontakt zu Erdogan aufgenommen als es um die Extra-3-Sendung ging, im Falle Böhmermanns wird sie dann aber aktiv und greift zum Hörer. Es ist eine verheerende Botschaft, die Angela Merkel sendet: Die Presse- und Kunstfreiheit wird Staatsinteressen untergeordnet.

Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass in der Türkei Journalisten für eine kritisch Berichterstattung mit ihrer Freiheit bezahlen, ist das ein fatales Signal. Es wäre wünschenswert, wenn Frau Merkel beim nächsten Telefonat die Pressefreiheit in der Türkei thematisiert.“

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