Statement 01.06.2016

Beate Müller-Gemmeke zum Gesetzentwurf zu Leiharbeit und Werkverträgen

Zur Verabschiedung des Gesetzesentwurfs zu Leiharbeit und Werkverträgen durch das Bundeskabinett, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte:

„Der Gesetzentwurf ist nichts anderes als eine große Mogelpackung. Er verspricht Equal Pay. Doch gleichen Lohn für gleiche Arbeit gibt es erst frühestens nach neun Monaten. Es ist dreist, dann noch von Equal Pay zu reden. Zumal bekannt ist, dass zwei Drittel der Leiharbeitsverhältnisse höchstens sechs Monate dauern.

So wird Missbrauch nicht verhindert, sondern gesetzlich legitimiert. Wegen der „Höchstüberlassungsdauer“ dürfen Leiharbeitskräfte zwar nur noch vorübergehend bei einem Entleihbetrieb beschäftigt werden. Die Betriebe können dennoch dauerhaft Leiharbeit einsetzen – mit immer neuen Leiharbeitskräften. Damit entsteht ein Personalkarussell, das sich endlos drehen kann.

Flexibilität muss ihren Preis haben. Eine bürokratische Höchstüberlassungsdauer braucht da niemand. Stattdessen sollte gleicher Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag und ein Flexibilitätsbonus gezahlt werden. Das wäre gerecht und über den Preis würde Leiharbeit dann betriebswirtschaftlich auch nur vorübergehend Sinn machen.“

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