Statement 13.05.2016

Tabea Rößner zu Böhmermann/RTL

Zur von Jan Böhmermann losgetretenen Debatte über das RTL-Format „Schwiegertochter gesucht“ erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik:

 „Jan Böhmermann ist es einmal mehr trefflich gelungen, unserer Mediengesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Der Kampf um Aufmerksamkeit und Quoten hat zum Teil unerträgliche Auswüchse angenommen. Die Diskussion ist überfällig, ob es für Reality-TV-Formate Grenzen geben muss. Die Grenzen abzustecken, wird indes nicht ganz einfach. Der Persönlichkeitsschutz greift in diesen Fällen häufig zu kurz. Vielmehr müssen die Menschenwürde einerseits und das selbstbestimmte Recht der Beteiligten, sich für solche Formate zu entscheiden, in die Waagschale geworfen werden – ohne dass wir in eine Bevormundung verfallen. Wenn aber journalistisch-ethische Grundsätze von Redakteuren verletzt werden, darf das nicht folgenlos bleiben – daran muss im Zweifel eine geeignete Stelle erinnern. Auch über Kennzeichnungspflichten, etwa von sogenannten Scripted-Reality-Sendungen, und eine Anlaufstelle für Medienopfer sollte gesprochen werden.“

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