Statement 22.11.2016

Uwe Kekeritz zur Mitgliederversammlung des Bündnisses für nachhaltige Textilien

Zur Mitgliederversammlung des Bündnisses für nachhaltige Textilien erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

„Das Textilbündnis ist Augenwischerei. Offiziell will die Bundesregierung die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern verbessern. In Wirklichkeit verkommt das Bündnis zu einer staatlich geförderten PR-Kampagne für die Industrie. Die ohnehin fortschrittlichen Unternehmen klagen über das niedrige Arbeitstempo. Die rückwärtsgewandten Verbände und Konzerne verschleppen den Prozess. Entwicklungsminister Müller legt das Wohl der Arbeiterinnen und Arbeiter in die Hände der Unternehmen. Diese sollen in individuellen „Roadmaps“ Vorschläge machen, wie sie die Produktionsbedingungen verbessern wollen. Von Industrieseite ist wenig Ehrgeiz zu erwarten, zumal völlig offen ist, wie und von wem die selbst gesteckten Ziele kontrolliert und Verstöße sanktioniert werden sollen. Dabei ist längst klar: Freiwillige Ansätze reichen nicht aus. Das haben die Unglücke in den Textilfabriken gezeigt. Die Bundesregierung muss deshalb endlich menschenrechtliche Sorgfaltspflichten im deutschen Recht verankern. Wir Grüne haben einen Antrag eingebracht, in dem wir der Bundesregierung konkrete Vorschläge machen wie diese verbindlichen Maßnahmen umgesetzt werden können.“

4401196