Statement 21.09.2016

Brigitte Pothmer zu den Ergebnissen der Studie des IZA

Bewerberinnen mit ausländischem Namen und Kopftuch haben auch bei guten Qualifikationen schlechtere Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Das zeigt eine aktuelle Studie des IZA. Dazu erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

"Die passende Qualifikation und nicht ein ausländischer Name oder ein Kopftuch sollte ausschlaggebend für die Einladung zum Vorstellungsgespräch sein. Trotzdem spielen offenbar Vorurteile bei Bewerbungen immer noch eine zu große Rolle. Um gegen diese Hürden im Kopf anzugehen, sollten endlich mehr Stellen über anonymisierte Bewerbungsverfahren besetzt werden.

Bei anonymen Bewerbungen entscheidet der vorurteilsfreie Blick auf die Qualifizierungen über die Einladung zum persönlichen Gespräch. Davon profitieren alle, die sonst durchs Raster der Personalbüros fallen, zum Beispiel Migrantinnen und Migranten, Ältere oder eben auch Kopftuchträgerinnen. Von mehr Chancengleichheit am Arbeitsmarkt haben aber auch die Betriebe etwas, denn sie können aus einem viel größeren Fachkräfte-Potenzial schöpfen."

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