Statement 18.04.2017

Oliver Krischer zu aktuellen Ladesäulen-Zahl für Elektroautos

Zur Veröffentlichung zur aktuellen Ladesäulen-Zahl für Elektroautos durch die Bundesnetzagentur erklärt Oliver Krischer, stv. Fraktionsvorsitzender:

Die Erfolgsmeldungen der Bundesregierung über einen Ladesäulen-Boom entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als Lachnummer. Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur kommt gemessen an den Zielen der Bundesregierung allenfalls im Kriechgang voran. Das Einzige was boomt sind die Meldungen der Bundesregierung über angebliche, aber tatsächlich nicht vorhandene Erfolge. So offenbart ein Blick auf die Karte der Bundesnetzagentur im Internet die traurige Realität der Politik der Bundesregierung: In vielen Großstädten wie zum Beispiel Wuppertal, Krefeld oder Magdeburg ist im letzten Jahr nicht ein Ladepunkt hinzugekommen. Selbst in wachsenden Millionenstädten wie Köln waren es gerade einmal sieben. Den Fahrer von E-Autos nutzt die heute vorgestellte Karte gar nichts, weil viele Ladepunkte gar nicht anzeigt werden. Wenn man sie dann doch findet, ist aber längst nicht gewährleistet, dass man über das richtige Zahlsystem verfügt, um dort auch laden zu können. Statt den Ausbau der Ladeinfrastruktur als Teil des Stromnetzes systematisch voranzutreiben und einheitliche Regeln im Sinne der Verbraucher zu schaffen, überlässt die Bundesregierung das Thema dem chaotischen Zufall. Dass die Bundesregierung nach zehn Jahren Förderung von Elektromobilität nicht einmal in der Lage ist, eine Karte mit allen öffentlich zugänglichen Ladepunkten vorzulegen, spricht Bände. Da verwundert es nicht, dass in Deutschland mit 30.000 nicht einmal ein Promille aller Fahrzeuge Elektroautos sind. Andere Länder fahren der Automobil-Nation Deutschland bei dem Thema längst weg.

 

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