Statement 21.08.2017

Franziska Brantner zu Äußerungen der Bundeskanzlerin über Alleinerziehende

Zu den Äußerungen der Bundeskanzlerin über Alleinerziehende erklärt Dr. Franziska Brantner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Wenige Wochen vor der Wahl entdeckt die Bundeskanzlerin ein Thema: Alleinerziehende. Reichlich spät in der Legislaturperiode. Sie fordert Steuerentlastungen durch eine Erhöhung des Kinderfreibetrags und eine Kindergelderhöhung. Merkels Vorschläge helfen den meisten Alleinerziehenden aber nicht: die Erhöhung steuerlicher Freibeträge hilft Besserverdienenden. Ein großer Teil der Alleinerziehenden gehört aber nicht zu dieser Gruppe. Auch der zweite Vorschlag, die Erhöhung des Kindergeldes, greift zu kurz: Aufgrund der derzeitigen Regelungen des Unterhaltsvorschusses kommt eine Kindergelderhöhung bei den betroffenen Alleinerziehenden gar nicht an. Frau Merkel kennt die Problematik von Alleinerziehenden offensichtlich nicht. Die Unterstützung für Alleinerziehende muss unabhängig von der Steuer ansetzen: mit einem KindergeldBonus, der nicht auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet wird. Den gibt es mit dem Grünen Familien-Budget. Damit alle Kinder in Deutschland gleiche Startchancen in ein gutes Leben haben.

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