Statement 06.04.2018

Filiz Polat zu Hartz IV-Beziehenden aus dem Ausland

Zu den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zu Hartz IV-Beziehenden aus dem Ausland erklärt Filiz Polat, Sprecherin für Integrations- und Migrationspolitik:

"Die unkommentierten Zahlen vermitteln ein komplett undifferenziertes Bild. Anstatt mit der vergleichsweise geringen Zahl von erwerbsfähigen Leistungsbezieherinnen und Leistungsbeziehern aus Syrien populistische Stimmungsmache zu betreiben, müssen die Gründe für den vorübergehenden Leistungsbezug unter die Lupe genommen werden. Dabei wird ganz schnell offensichtlich, dass, bevor zum Beispiel die syrische Arbeitssuchende in den deutschen Arbeitsmarkt eingegliedert werden, kann, eine Vielzahl von Hürden genommen werden muss, die die Bundesregierung weiterhin aufbaut, statt sie endlich einzureißen. Das Ankommen im stark regulierten deutschen Arbeitsmarkt für Geflüchtete braucht Zeit und Geduld, leider auch von Seiten der Arbeitgeber. Die Kooperation mit Jobcentern, Bundesagenturen und dem BAMF ist völlig undurchsichtig und kompliziert. Hinzu kommen die weiterhin schwierigen Voraussetzungen für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen. Somit ist der deutsche Arbeitsmarkt für einige  - abseits von Helfertätigkeiten - weitgehend versperrt. Statt die Geflüchteten im sozialen Transferleistungssystem zu isolieren, muss die Bundesregierung endlich die Integration in den Arbeitsmarkt vorantreiben."