Statement vom 21.11.2018

A. Baerbock und S. Lehmann zur Studie "Kommt das Geld bei den Kindern an?"

Zur Studie der Bertelsmann Stiftung "Kommt das Geld bei den Kindern an?" finden Sie im Folgenden Statements von Annalena Baerbock und Sven Lehmann.

Annalena Baerbock, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

"Die Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, Eltern investieren staatliche Geldleistungen wie Kindergeld und Kinderzuschlag vorrangig in die Hobbys ihrer Kinder, in Bildung und Betreuung. Daher ist es wichtig, dass diese Leistungen auch bei den Familien ankommen. Es kann nicht sein, dass ein Kind in verdeckter Armut aufwächst, weil seine Eltern am Bürokratiewahnsinn beim Kinderzuschlag scheitern. Bei 70 Prozent der Anspruchsberechtigten kommt diese Leistung derzeit nicht an. Hier darf die Bundesregierung bei ihrer angekündigten Neugestaltung des Kinderzuschlages und der Leistungen für Bildung und Teilhabe keine halbherzigen Vorschläge bringen, sondern muss dafür sorgen, dass endlich alle Kinder aus der verdeckten Armut kommen. Der Kinderzuschlag muss automatisch ausgezahlt werden und die dafür eingeplanten Mittel entsprechend deutlich erhöht werden. Perspektivisch brauchen wir eine Kindergrundsicherung, die Schluss macht mit dem Anrechnungswirrwarr und Antragsdschungel unterschiedlicher Leistungen und verlässlich den Mindestbedarf jeden Kindes deckt."

 

Sven Lehmann, Sprecher für Sozialpolitik:

"Die Studie räumt mit den Misstrauen gegenüber Eltern auf und entlarvt damit auch den vorurteilsbelasteten Geist des Bildungs- und Teilhabepaketes. Mit diesem Instrument wurde ein System geschaffen, in dem jeder dritte Euro in die Verwaltung fließt und an den Kindern vorbei geht. Das Bildungs- und Teilhabepaket darf nicht weiter aufgeblasen werden, sondern muss abgelöst werden durch eine nachhaltige Gesamtstrategie zur Bekämpfung von Kinderarmut. Es braucht eine existenzsichernde Kindergrundsicherung und eine stärkere Infrastrukturförderung durch den Bund, um Angebote vor Ort wie ein warmes Mittagessen und Bus und Bahn für alle Kinder zu garantieren."

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Sven Lehmann
Sprecher für Queerpolitik | Sprecher für Sozialpolitik