Statement vom 25.06.2020

Anton Hofreiter zum Bilanzskandal beim Zahlungsabwickler Wirecard und dem heute gestellten Insolvenzantrag

Zum Bilanzskandal beim Zahlungsabwickler Wirecard und dem heute gestellten Insolvenzantrag erklärt der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter:

„Der Absturz von Wirecard wirft einen dunklen Schatten auf die Wirksamkeit bestehender Finanzmarkt- und Unternehmenskontrollen. Für das Funktionieren der Finanzmärkte sind diese aber enorm wichtig. Weder die Aufsichtsbehörden noch die Wirtschaftsprüfer konnten diesen Skandal um gefälschte Bilanzen aufdecken. Das hat Gründe: Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin hätte frühzeitig eingreifen können, Hinweise und Warnungen gab es genug. Doch statt die Hinweise der Journalisten der Financial Times ernst zu nehmen, welche frühzeitig über Unregelmäßigkeiten in Singapur berichteten, wurde stattdessen im April 2019 gegen diese Anzeige wegen angeblicher Marktmanipulation erstattet. Problematisch ist außerdem das System der Wirtschaftsprüfung. Dass die Abschlussprüfer direkt vom geprüften Unternehmen ausgewählt werden, führt zu falschen Anreizen, die wir umgehend beenden müssen. Die Bundesregierung muss sich jetzt schnell und umfassend an die Aufklärung dieses einmaligen Skandals machen und dem Parlament Vorschläge unterbreiten, damit die Finanzmarkt- und Unternehmenskontrollen effektiv gestärkt werden. Olaf Scholz und Peter Altmaier als die zuständigen Minister stehen hier in einer besonderen Verantwortung. Sie müssen das Fehlverhalten ihrer Behörden erklären.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher