Statement vom 04.09.2018

Anton Hofreiter/Bettina Hoffmann zu Mikroplastik in Deutschland

Zu aktuellen Zahlen, demnach in Deutschland pro Jahr 330.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt gelangen, finden Sie im Folgenden Statements von Anton Hofreiter und Bettina Hoffmann.

 
Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender:

„Die Studie des Fraunhofer-Instituts muss ein Weckruf für die Bundesregierung sein. Sie darf vor den Mikroplastik-Fluten nicht länger die Augen verschließen. Wir erwarten von der Bundesregierung eine umfassende und

mutige Strategie. Dafür braucht es neue Ansätze: Plastik, das häufig in Gewässern und Natur landet, muss in Zukunft vollständig abbaubar sein. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass zu 100 Prozent abbaubares Plastik entwickelt und marktreif wird. Sie sollte darum mit mindestens 50 Millionen Euro gezielt die Entwicklung von abbaubarem Plastik fördern. Außerdem muss das Problem des hohen Mikroplastik-Anteils beim Reifenabrieb bekämpft werden. Die Bundesregierung kann beispielsweise dafür sorgen, dass entsprechende Plastik-Filter in die Regenwasserabläufe von Fernstraßen eingebaut werden.„

 
Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

„Die zunehmende Belastung der Natur mit Mikroplastik ist alarmierend. Im Sinne des Vorsorgeprinzips muss die Bundesregierung jetzt handeln und eine Strategie gegen Mikroplastik entwickeln. Wir fordern, dass die Bundesregierung endlich dem Beispiel Schwedens folgt, und Mikroplastik in Kosmetika und Körperpflegeprodukten verbietet. Außerdem muss die gängige Praxis beendet werden, dass abgelaufene Lebensmittel mit ihren Verpackungen geschreddert und dann über Biogasanlagen oder Faultürmen von Kläranlagen auf den Böden und in Gewässern landen. Dazu fordern wir die Bundesregierung auf, endlich mit der Industrie in einen ernsthaften Dialog zu treten, um den Eintrag von Mikroplastik aus weiteren Quellen zu stoppen. Dabei muss es auch um Themen wie Mikroplastikfilter in Waschmaschinen gehen.“

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher