Statement vom 18.11.2019

Kai Gehring zur Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz

Zur Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz in Hamburg zu den Themen Wissenschafts- und Meinungsfreiheit, erklärt Kai Gehring, Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule:

„Die Wissenschaftsfreiheit ist ein hohes Gut und garantiert, dass sich Forschung und Lehre frei von staatlichen Eingriffen entwickeln können. Die Wissenschaftsfreiheit in Artikel 5 war die passende Antwort der Mütter und Väter des Grundgesetzes auf die Gleichschaltung der Hochschulen im Nationalsozialismus. Dieses große Erbe ist in Gefahr, wenn Rechtspopulisten die Forschung zu Klima, Nachhaltigkeit oder Gender verächtlich machen und abwickeln wollen. Das Ziel dieser Kräfte ist, gesellschaftlichen Wandel aufzuhalten und freiheitliche Errungenschaften zurückzunehmen. Ohne Wandel und Erneuerung droht unser Land jedoch zu erstarren. Und mit ideologischen Einschränkungen von Forschung würde die Axt an die freiheitlich-demokratische Grundordnung gelegt. Die gesamte Gesellschaft ist darum gefordert, Deutschland vor rechtspopulistischen Kräften zu schützen.

Wissenschaft ist Gradmesser einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft. Wissenschaft und Gesellschaft verhalten sich zueinander nicht wie Öl und Wasser, sondern sind miteinander verwoben. Gerade die Hochschulen sind Orte der Wissenschaft, die Kontroversen aushalten müssen und vom offenen, faktenbasierten Diskurs leben. Wissenschaftsfreiheit ist ein hohes Gut und zugleich für keinen Professor ein Freibrief, Verschwörungstheorien oder rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten. Denn auch im Hörsaal gelten alle Verfassungswerte.“

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Kai Gehring
Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule