Statement vom 19.02.2021

Dr. Anton Hofreiter zum G7-Gipfel

Zu den Ankündigungen Dr. Angela Merkels auf dem G7-Gipfel zur globalen Impfstoffverteilung erklärt Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender:

„Die globale Verteilung der Corona-Impfstoffe verläuft bisher enorm ungerecht und schleppend: 130 Nationen der Welt haben noch keine einzige Impfdosis erhalten und nach jetzigem Stand müssen voraussichtlich zwei Drittel der Menschen weltweit auf eine Impfung noch bis zu drei Jahre warten. Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung bereits zugesagt hat, 1,5 Milliarden Euro in den ACT-Accelerator zu geben, um einen Beitrag zum gerechten globalen Zugang zu Corona-Impfstoffen und Diagnostika zu leisten. Doch das allein reicht nicht.
Die Bundesregierung muss die breite Immunisierung endlich als globales öffentliches Gut behandeln. Geld und Hilfslieferungen allein werden dabei nicht ausreichen. Die Bundesregierung muss sich endlich dafür einsetzten, dass die weltweiten Produktionskapazitäten rasch aufgebaut werden. Dafür braucht es internationale Kooperationen und Vereinbarungen für günstige Lizenzen zwischen Pharmaunternehmen und eine Stärkungen der gesamten Lieferkette, um die Produktion von Impfstoffen weltweit hochzufahren.
Auch auf die Frage, wann der Impfstoff in Ländern des Globalen Südens ankommen soll, bleibt die Bundesregierung eine Antwort schuldig. Aber so lange das Virusgeschehen global unkontrolliert bleibt, bleibt auch das Risiko hoch, dass sich Mutationen wie ein Lauffeuer über Grenzen hinweg ausbreiten. Dies würde weiterhin große Schäden bei der Gesundheit, in Gesellschaft und Weltwirtschaft anrichten. Daher müssen wir jetzt auch in unserem eigenen Interesse alles unternehmen, damit die Pandemie schnellstmöglich global eingedämmt wird.“