Statement vom 28.07.2020

Dr. Bettina Hoffmann zur ersten Studie zum Thema Hausmüll seit 35 Jahren

Zur ersten Studie zum Thema Hausmüll erklärt Dr. Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit:

„Die Bundesrepublik gibt sich gern als Vorreiter in Sachen Mülltrennung. In Wahrheit ist die letzte Evaluierung mehr als 35 Jahre her. Eine kontinuierliche Verbesserung und Überprüfung der Gesetze ist auf einer solchen Datenbasis kaum möglich. Tatsächlich zeigen die vorgestellten Zahlen nun auch, dass zwar deutlich weniger Restmüll in der Tonne landet, allerdings werfen die Deutschen nach wie vor zu viele Wertstoffe und auch zu viele Bioabfälle in die Hausmülltonne.

Deutschland ist zudem das EU-Schlusslicht beim Vermeiden von Verpackungsmüll. Um das Müllproblem anzugehen, braucht es effektive Schritte zur Müllvermeidung.

Die Bioabfall-Verordnung muss dafür deutlich schärfer formuliert werden. Noch immer gibt es Kommunen, in denen keine Biotonnen aufgestellt werden. Nötig ist eine flächendeckende Umsetzung der Getrenntsammlung von Bio- und Grünabfall in ganz Deutschland. Die Sammlung von Bioabfall muss dabei überall durch ein Holsystem gewährleistet sein.

Auch eine deutlich stärkere Förderung von Mehrwegsystemen - etwa für Essens- und Versandverpackungen - , verbraucherfreundliche Pfandsysteme und weitere Schritte zur Vermeidung von Einwegverpackungen, Coffee-to-go-Bechern oder Take-away-Essensverpackungen sind effektive Maßnahmen.

Wir warten noch immer auf einen konkreten Vorschlag der Bundesregierung, wie sie Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft und Recycling stärker fördern will.“