Statement vom 28.01.2021

Dr. Danyal Bayaz und Lisa Paus zur bisherigen Befragung in der heutigen Sitzung des Wirecard-Untersuchungsausschusses

Zur bisherigen Befragung in der heutigen Sitzung des Wirecard-Untersuchungsausschusses erklären Dr. Danyal Bayaz und Lisa Paus:

Dr. Danyal Bayaz, Obmann im Wirecard-Untersuchungsausschuss:

„Alexander von Knoop hat mit seiner kurzen Aussage das Grundproblem bei Wirecard nochmals verdeutlicht: Entweder das Management war in kriminelle Machenschaften verwickelt oder war den Aufgaben eines DAX-Konzerns einfach nicht gewachsen. Ein Finanzvorstand, der keine eigenen Prüfungen zu milliardenschweren Treuhandkonten anstellt und sich stattdessen auf Aussagen Dritter verlässt, ist sicher nicht die richtige Besetzung und nur bedingt glaubwürdig.“

Lisa Paus, Sprecherin für Finanzpolitik und stellvertretendes Mitglied im Wirecard-Untersuchungsausschuss:

„Die Befragungen heute haben gezeigt, dass die Staatsregierung und die Aufsichtsbehörden in Bayern Teil der kollektiven Verantwortungslosigkeit im Fall Wirecard gewesen sind. Gerade bei der Geldwäscheaufsicht haben sich erhebliche Missstände im Freistaat offenbart. Das geht vor allem auf die Kappe des zuständigen Innenministers Herrn Herrmann. Der Fall von Ex-Polizeichef Kindler hat unterstrichen, dass der Wirecard-Skandal auch ein Lobbyismus-Skandal ist.

Nach dem heutigen Tag bleiben viele offenen Fragen. Die Aufarbeitung hat hier erst angefangen und wird auch die Kollegen und Kolleginnen vor Ort in Bayern sicher noch eine ganze Weile beschäftigen.“