Statement vom 04.03.2021

Dr. Danyal Bayaz zum Leerverkaufsverbot der BaFin

Zur heutigen Sitzung des Wirecard-Untersuchungsausschusses zum Leerverkaufsverbot der BaFin erklärt Dr. Danyal Bayaz, Obmann im Untersuchungsausschuss:

„Die verschiedenen Abteilungen der Bundesbank haben das Leerverkaufsverbot der BaFin als unbegründet und handwerklich schlecht bewertet. Damit wird auch immer klarer: Die Entscheidung der Finanzaufsicht war rechtswidrig. Aber die BaFin wollte das Leerverkaufsverbot offenbar unter allen Umständen und hat es regelrecht durchgeboxt – und sich damit auf die Seite von Wirecard gestellt.

Gegenüber der ESMA hat sich die BaFin auf Aktien-Charts berufen, die grafisch so schlecht aufbereitet waren, dass sie einen falschen Eindruck über die Relevanz von Wirecard für die Märkte vermittelten. Das alles hat das Bundesfinanzministerium – die Rechts- und Fachaufsicht der BaFin – offenbar nicht weiter gejuckt. Finanzminister Scholz hätte bei diesem außergewöhnlichen Vorgang genauer hinsehen und eingreifen können und müssen.

MarktteilnehmerInnen wie Fahmi Quadir waren der BaFin meilenweit voraus. Der Skandal ist, dass die Behörde sich geweigert hat, ihre Hinweise zu illegalen Geschäften Wirecards überhaupt einmal anzuhören, geschweige denn ihnen nachzugehen.“