Statement vom 23.04.2021

Dr. Danyal Bayaz zur Befragung der Bundeskanzlerin im Wirecard-Untersuchungsausschuss

Zur Befragung der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in der heutigen Sitzung des Wirecard-Untersuchungsausschusses erklärt Dr. Danyal Bayaz, Obmann im Untersuchungsausschuss:

„Es sieht ziemlich blöd aus, wenn die Kanzlerin im Ausland für ein Unternehmen wirbt, das tief im kriminellen Sumpf steckt. Das Kanzleramt und ihre Minister haben Merkel schlecht auf ihren China-Besuch vorbereitet. Es fehlte die notwendige Distanz und Sensibilität für Compliance.

Frau Merkel hätte sich aber auch selbst fragen können, ob ausgerechnet Ratschläge ihres ehemaligen Ministers Karl-Theodor zu Guttenberg vertrauenswürdig sind. Es spricht für sich, dass die Union sich für die Rolle von Herrn zu Guttenberg im Wirecard-Skandal entschuldigt hat. Guttenberg war aber nur der prominenteste und hemmungsloseste Vertreter eines Amigo-Netzwerks ehemaliger Unionspolitiker und -beamter, die für Wirecard lobbyierten. Hier braucht es klare und strenge Regeln, damit man eine/n Bundeskanzler/in in Zukunft nicht mehr so leicht für Lobby-Interessen einspannen kann.“