Statement vom 15.01.2021

Dr. Danyal Bayaz zur jüngsten Sitzung des PUA „Wirecard“

Zur jüngsten Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Wirecard“ erklärt Dr. Danyal Bayaz, Obmann im Wirecard-Untersuchungsausschuss:

„Dass die Commerzbank-Analystin Pauls, die Wirecard bis zuletzt gegen jede Kritik verteidigte, das Wirecard-Management über kritische Fragen von Investoren informierte, ist ein beispielloser Vorgang. Leider hatten weder Ex-CEO Zielke noch der Risikovorstand der Commerzbank überzeugende Antworten darauf.

Auf Nachfrage sah Herr Zielke im Februar 2019 keine Gefahr für einen Verlust des Marktvertrauens bei weiteren Kursverlusten Wirecards. Damit schließt er sich der Haltung der Bundesbank an und bestätigt die Sichtweise, dass die notwendigen Voraussetzungen für ein Leerverkaufsverbot durch die BaFin nicht gegeben waren.

Auch wenn der Schaden für Herrn Sewing und sein Institut insgesamt überschaubar geblieben ist, so ist auch die Deutsche Bank Wirecard auf den Leim gegangen. Da kann man sich nicht hinter den Fehlern der Finanzaufsicht und Wirtschaftsprüfer verstecken.

Die Bayerische Landesbank zeigt eindrücklich, dass sich die Risiken eines unverständlichen Geschäftsmodells und Bilanzungereimtheiten mit gründlichem Blick sehr wohl erkennen ließen. Für sie war es daher klar, 2018 die Notbremse zu ziehen, obwohl es sich um ein angebliches Vorzeige-Unternehmen vor der eigenen Haustür handelte.“