Statement vom 08.07.2020

Dr. Ingrid Nestle MdB und Michael Bloss MDEP zur Wasserstoffstrategie der EU-Kommission

Zur Vorstellung der Wasserstoffstrategie durch die EU-Kommission erklären Dr. Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft der Bundestagsfraktion, und Michael Bloss, Mitglied des Industrie- und Umweltausschusses im Europäischen Parlament:

Dr. Ingrid Nestle:

„Grüner Wasserstoff wird unerlässlich für die klimaneutrale Energiewelt der Zukunft. Er ist eine ideale Ergänzung der Erneuerbaren für die Umsetzung der Energiewende. Mit der europäischen Wasserstoffstrategie bringt die EU-Kommission aber die zentralen Vorteile von Wasserstoff nicht ausreichend zur Geltung: seine Flexibilität und Speicherfähigkeit. Sie setzt kaum einen Anreiz, Wasserstoff dann und dort zu produzieren, wo tatsächlich viel erneuerbarer Strom zur Verfügung steht. Das ist klimapolitisch blind und noch nicht einmal industriepolitisch die richtige Antwort. Denn Wasserstoff wird auch wirtschaftlich nur dann eine Erfolgsgeschichte, wenn er seine Rolle als Partner der Erneuerbaren einnimmt. Unsere grüne Wasserstoffstrategie setzt die Marktmechanismen so, dass die Wasserstoffproduktion auf die Verfügbarkeit von Wind- und Sonnenstrom reagiert."

Michael Bloss:

„Es ist gut, dass die Kommission in ihrer Wasserstoffstrategie aufzeigt, dass der Löwenanteil der Investitionen in grünen Wasserstoff aus Solar- und Windenergie gehen muss. Für Elektrolysatoren und neue Produktionsprozesse bei Stahl und Chemie liegen mit InvestEU, IPCEIs und Carbon Contracts for Difference konkrete Maßnahmen auf dem Tisch, das brauchen wir auch für den Ausbau der Erneuerbaren im Umfang von 340 Milliarden Euro. Hier muss die Kommission Klartext liefern, wie wir diese Investitionen mobilisieren. Für die Entwicklung einer grünen Industrie ist die Strategie ein wichtiges Signal."