Statement vom 07.11.2019

Dr. Kirsten Kappert-Gonther zum Jahresbericht zur Situation illegaler Drogen

Zum Jahresbericht zur Situation illegaler Drogen erklärt Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Drogenpolitik:

„Die Drogenbeauftragte muss neue Wege in der Drogenpolitik einschlagen. Es ist erschreckend, dass sie die Kriminalisierung von Schwerstabhängigen, die Opioide zum Eigengebrauch in Kleinstmengen mit sich führen, so vehement verteidigt. Abhängige brauchen Hilfe und keine Strafverfolgung. Für Schwerstabhängige muss es sichere Drogenkonsumräume und sauberes Spritzbesteck geben. Der Zugang zu einer Substitutionstherapie muss erleichtert werden.

Der Bericht zeigt, dass sich der Wirkstoffgehalt von Kokain seit 2011 mehr als verdoppelt hat. Um den Gesundheitsschutz der Konsumierenden zu verbessern, sollten Substanzanalysen und Drugchecking zur Regel werden. Die Risikobewertung der Substanzen muss nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgen. Die Mehrzahl der erwachsenen Cannabis-Konsumierenden praktiziert keinen riskanten Gebrauch. Auf dem Schwarzmarkt fragt niemand nach dem Ausweis. Um den Jugendschutz zu stärken, sollte Cannabis staatlich kontrolliert in Fachgeschäften an Erwachsene verkauft werden. Die Prohibition nützt nur dem organisierten Verbrechen.“

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