Statement vom 12.05.2020

Erhard Grundl und Ulle Schauws zur Verlängerung des Mentoringprogramms für Frauen in Kultur und Medien

Zur Verlängerung des Mentoringprogramms für Frauen in Kultur und Medien erklären Erhard Grundl, Sprecher für Kulturpolitik, und Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik:

„Seit 2017 läuft das Mentoringprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Sage und schreibe 67 Frauen wurden in drei Jahren gefördert – von 580 Bewerberinnen. Alle Bewerberinnen wiesen mindestens zehn Jahre Berufserfahrung auf, alle mit dem Bestreben, eine Führungsposition in Kultur und Medien zu erreichen.

Gut, dass es ein Mentoringprogramm für Frauen in Kultur und Medien von der Bundesregierung gibt. Dass es verlängert wird, ist jedoch das Mindeste, was von der Kulturstaatsministerin erwartet werden muss angesichts der geringen Anzahl von 67 Frauen, die bislang so gefördert werden konnten. Und auch angesichts der immer noch eklatant schwierigen Lage von Frauen in Kultur, Medien und Film reicht es lange nicht aus, was Frau Grütters angesichts der Erkenntnisse vom Runden Tisch unternimmt. Denn trotz bester Qualifikation fehlen Frauen nach wie vor in Top-Positionen in Kultur- und Medieneinrichtungen. An sie gehen signifikant weniger Auszeichnungen und Förderungen.

Wenn der Kulturstaatsministerin eine weitreichende Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen in Kultur und Medien wirklich am Herzen liegt und es eine Priorität für sie ist, wie sie in ihrer Pressemitteilung schreibt, muss sie den Handlungsanweisungen ihrer eigens beauftragten Studie folgen (Frauen in Kultur und Medien, 2016). Das heißt bei Gremienbesetzungen, neuen Fördermaßnahmen und -einrichtungen durchgängig quotieren. Wir brauchen echte Veränderungen in der Förderpolitik, um in einer gerechten Gesellschaft mit einer wirklich vielfältigen Kultur zu leben."

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Ulle Schauws
Sprecherin für Frauenpolitik Sprecherin für Queerpolitik