Statement vom 17.09.2019

Filiz Polat zu dem heute veröffentlichten Zwischenbericht zum Forschungsprojekt "Evaluation der Integrationskurse" des BAMF

Zu dem heute veröffentlichten Zwischenbericht zum Forschungsprojekt "Evaluation der Integrationskurse" des BAMF erklärt Filiz Polat, Sprecherin für Integrationspolitik:

„Diese Selbst-Evaluation der Integrationskurse des BAMF ist ein Mammutprojekt mit astronomischen Kosten und die Ergebnisse des Zwischenberichts keine Überraschung. Es ist absolut unverständlich, dass Horst Seehofer dafür 2,4 Millionen Euro ausgibt.

Natürlich lernen Menschen besser Deutsch, je mehr sie Kontakt zu Deutschen haben und je länger ihr Aufenthalt hier ist. Natürlich hängen Lernerfolge vom Bildungsgrad der Menschen ab. Und dass Frauen mit Kindern zu einer vulnerablen Gruppe zählen, versuchen wir Herrn Seehofer bereits seit Jahren zu erklären.

Mit dem unsäglichen Migrationspaket hat diese Bundesregierung dazu beigetragen, dass es Menschen noch schwerer gemacht wird, sich sowohl gesellschaftlich als auch beruflich in unserem Land anzukommen. Bundesinnenminister Seehofer sollte sich den Zwischenbericht genau durchlesen und endlich Integration ganz oben auf die Agenda setzen. Statt die Mittel für die Integrationskurse für 2020 um über 20 Millionen Euro zu kürzen, sollten die Mittel deutlich erhöht werden, für eine bessere Bezahlung der Lehrkräfte, für kleinere Klassen, für mehr Kursstunden, für bessere Strukturen.

Wir fordern die längst überfällige Reform des Integrationsbereichs anzupacken, vom erforderlichen Bürokratieabbau bis hin zu einer unabhängigen Evaluation und Neuausrichtung des Integrationskurssystems. Die strukturellen Missstände müssen endlich behoben werden.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Filiz Polat
Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik