Statement vom 16.01.2019

Filiz Polat zur Vorstellung der Pläne für einen Neustart von DITIB

Zur Vorstellung der Pläne für einen Neustart von DITIB erklärt Filiz Polat, Sprecherin für Migrationspolitik:

"Der selbsternannte Neustart der DITIB fällt ins Wasser. Die Zusammensetzung des neuen Vorstands, darunter drei Beamte der türkischen Religionsbehörde Diyanet in Ankara, lässt keinen großen Willen erkennen, künftig unabhängige Strukturen aufzubauen. Im Gegenteil: Die Beamten sind weisungsgebunden und können deshalb ein unabhängiges Vorgehen nicht garantieren. Der organisatorische und finanzielle Einfluss des türkischen Staates bleibt so bestehen und ermöglicht politischen Machtmissbrauch. Die religiöse und seelsorgerische Arbeit der zahlreichen Ehrenamtlichen in den Moscheen und Gemeinden der DITIB wird dadurch weiter diskreditiert.

Die Abhängigkeit vom türkischen Staat zeigt sich auch in der Auswahl der religiösen Autoritäten. Jahrzehntelang wurde kaum in Frage gestellt, dass der türkische Staat Imame als Staatsbeamte in die Gemeinden in Deutschland entsendet und bezahlt. Die Bundesregierung muss sich daher endlich für eine qualifizierte Ausbildung von Imamen in Deutschland einsetzen. Erst eine Ausbildung von Imamen in Deutschland ist eine reale Alternative zur Anwerbung von Imamen aus der Türkei und wäre ein erster, wichtiger Schritt für eine von den Herkunftsländern unabhängige Religionsausübung. Hier müssen so schnell wie möglich konkrete und verbindliche Zusagen erfolgen. Auch DITIB sollte sich als größter muslimischer Verband gegenüber in Deutschland ausgebildeten Imamen offen zeigen und diese in ihren Gemeinden aufnehmen. "

Filiz Polat

Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik