Statement vom 29.05.2019

Friederich Ostendorff zu Antibiotika in der Tierhaltung

„Eine Reduzierung der Antibiotikamengen anzustreben, ist absolut richtig. Doch der Weg, den die Bundesregierung gewählt hat, ist falsch und hat viel Tierleid hervorgerufen - das zeigt dieser Bericht. Die Situation bei den besonders kritischen Wirkstoffklassen ist dramatisch. In der Geflügelmast werden diese hoch potenten Mittel direkt an die Trinkwasserleitung der Megaställe angehängt. Reserveantibiotika müssen raus aus den Ställen. Sie sind zu wichtig für schwerwiegende Behandlungen bei den Menschen. Der Ansatz der Bundesregierung, von den Tierhalterinnen und Tierhaltern eine Reduzierung zu fordern, ohne die Haltungsbedingungen zu ändern, ist falsch. In der intensiven Agrarindustrie leben die Tiere in drangvoller Enge, ohne Einstreu, ohne Beschäftigung und ohne Zugang nach draußen über ihren eigenen Exkrementen. Das ist der Grund, weshalb sie so häufig mit Antibiotika behandelt werden müssen. Die Schweine, Hühner und Kühe müssen an die Luft und brauchen Platz, um artgerecht leben zu können. Deswegen ist klar: Wir müssen raus aus der industriellen Massentierhaltung. Eine bessere Tierhaltung ist der Schlüssel, um den Antibiotikaeinsatz nachhaltig und verantwortungsvoll zu senken. Denn gesunde Tiere brauchen keine Antibiotika.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher