Statement vom 23.07.2018

Friedrich Ostendorff zu Antiobiotika-Resistenzen

Zur Veröffentlichung der aktuellen Antibiotika-Zahlen durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

"Die enormen Gefahren durch Antibiotika-Resistenzen sind nicht schön zu reden. Die gestiegene Anwendung von so genannten Reserveantibiotika, bei denen mit gleicher Menge viel mehr Tiere behandelt werden können, ist höchst dramatisch.

Denn genau diese Antibiotika sind oftmals die letzte Chance für kranke Menschen. Reserveantibiotika müssen raus aus den Ställen. Stattdessen sind die Abgabemengen dieser Stoffe im Vergleich zum letzten Jahr angestiegen: Bei den Fluorchinolonen lag die Abgabemenge im Jahr 2017 um 20,1 Prozent höher als im ersten Erhebungsjahr. Die Abgabemenge der Polypeptid-Antibiotika (Hauptteil Colistin) ist von 2016 auf 2017 zum ersten Mal seit dem Beginn der Erfassung der Antibiotika-Abgabemengen gestiegen. Die Verleugnungstaktik der Ministerin auf Kosten der Sicherheit der Bevölkerung muss aufhören. Es muss sich grundsätzlich in der Tierhaltung etwas ändern. Die Tiere brauchen mehr Platz für ein artgerechtes Leben. Die Agrarpolitik muss Verantwortung für die Zukunft übernehmen und aufhören, mit Vollgas in eine Sackgasse fahren."