Statement vom 29.12.2020

Friedrich Ostendorff zu den Protesten der Milchbauern

Zu den Blockaden der Aldi-Lager in mehreren Regionen erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Die Proteste der Milchbauern und -bäuerinnen sind absolut berechtigt. Die anhaltenden Niedrigpreise auf dem Markt zwingen die letzten bäuerlichen Milchbetriebe in die Knie, die Wut der Bäuerinnen und Bauern ist nachvollziehbar. Seit der letzten Milchkrise 2015 und dem Wegfall der Milchquote haben tausende Milchbetriebe aufgegeben. Die Strukturbrüche sind kaum mehr aufzuhalten, sie werden immer größer. Doch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat aus der letzten Milchkrise nichts gelernt.

Wir brauchen endlich europäische Instrumente für eine Mengenrückführung bei starkem Milchpreisverfall, um auf die kommende Krise vorbereitet zu sein. Es ist an der Zeit, dass sich die Milcherzeugung von der bloßen Mengenproduktion für den Weltmarkt verabschiedet und sich auf echte Qualitätsprodukte konzentriert. Dafür muss auch der Kuchen der Wertschöpfung endlich gerechter verteilt werden, das Geld muss auch bei den Milchbauern und -bäuerinnen ankommen. Deshalb ist es wichtig, die Verarbeiter nicht außen vor zu lassen. Wenn sich Frau Klöckner im Januar mit Vertretern des Handels trifft muss sie auch die Verarbeiter mit an den Tisch holen.“


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