Statement vom 19.06.2019

Friedrich Ostendorff zum Bericht über die Evaluierung des Antibiotikaminimierungskonzeptes im Kabinett

Zum Bericht über die Evaluierung des Antibiotikaminimierungskonzeptes von Bundesministerin Klöckner im Kabinett kommentiert Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Der Bericht zeigt, dass der Weg, den die Bundesregierung gewählt hat, falsch ist und viel Tierleid hervorgerufen hat. Die Situation bei den besonders kritischen Wirkstoffklassen ist dramatisch. Vor allem in der Geflügelmast, wo diese hoch potenten Mittel direkt dem Trinkwasser der Tiere beigefügt werden. 40 Prozent der Antibiotika in der Geflügelhaltung gehören zu den so genannten Reserveantibiotika. Das ist schockierend und gefährlich für uns alle. Reserveantibiotika müssen raus aus den Ställen. Sie sind zu wichtig für schwerwiegende Behandlungen bei den Menschen. Der Ansatz der Bundesregierung, von den Tierhaltern auf Teufel komm raus eine Reduzierung zu erpressen, ohne die Haltungsbedingungen zu ändern, ist so naiv wie schwerwiegend. In der intensiven Agrarindustrie leben die Tiere in drangvoller Enge, ohne Einstreu, ohne Beschäftigung und ohne Zugang nach draußen, auf ihren eigenen Exkrementen. Das ist der Grund, weshalb sie so häufig mit Antibiotika behandelt werden müssen. Die intensive Tierhaltung macht die Tiere krank. Die Bundesregierung trägt den Kampf um Glaubwürdigkeit auf dem Rücken der Millionen Tiere aus, die einen hohen Preis dafür zahlen, dass Klöckner sich mit vermeintlich guten Zahlen schmücken kann. Sie muss einsehen, dass eine nachhaltige Reduzierung der Arzneimittel nur mit einem Systemwechsel erreicht werden kann.“

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