Statement vom 03.11.2018

Friedrich Ostendorff zur betäubungslosen Ferkelkastration

Zur von der Koalition beschlossenen Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

"Die Gesetzesänderung ist ein herber Rückschritt für den Tierschutz in der Landwirtschaft. Es ist eine Bankrotterklärung der eigenen Regierungsarbeit, dass Union und SPD die betäubungslose Kastration von Ferkeln weiter erlauben wollen. Seit fünf Jahren gilt nun schon eine Übergangsfrist, in der die Kastration bei vollem Bewusstsein der Tiere trotz Änderung des Tierschutzgesetzes noch gestattet ist. In diesen fünf Jahren hat es das unionsgeführte Landwirtschaftsministerium verschlafen, einen verantwortungsvollen Umstieg weg von diesem tierquälerischen Eingriff zu gestalten. Deshalb stehen die Tierhalterinnen und Tierhalter nun ratlos da.
Der Verlängerung der betäubungslosen Kastration, wie sie von SPD und Union angestrebt wird, fehlt nach juristischer Einschätzung außerdem die verfassungsrechtliche Grundlage. Es zeugt von einem unsäglichen Politikverständnis, wenn Gesetzentwürfe auf den Weg gebracht werden sollen, obwohl von einer Verfassungswidrigkeit ausgegangen werden muss. Wir brauchen eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung und bessere Tierschutzgesetze, damit die Tiere in der Landwirtschaft besser geschützt werden."

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