Statement vom 15.09.2020

Friedrich Ostendorff zur Debatte um die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest

Zur Debatte um die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Die Schweinehaltung in Deutschland ist durch die hohe Konzentration und Exportausrichtung vor allem nach China sehr krisenanfällig und durch die vergangenen Monate in der Corona-Krise schwer gebeutelt. Wie krisenanfällig das System ist, zeigte sich schon durch die Schließung von Tönnies vor einigen Monaten. Es kam zu Schweinestaus und erheblichen Problemen in der Schweinehaltung. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest sorgt nun bei vielen Betrieben für erneute Unsicherheit. China, Südkorea, Japan und Mexiko haben ihre Märkte für deutsches Schweinefleisch bereits geschlossen. Der Schweinemarkt steht deshalb bereits jetzt unter enormem Druck und ein weiterer Preisverfall ist zu befürchten.

Die starke Ausrichtung auf industrialisierte Schweinehaltung in wenigen Konzentrationsregionen und auf Schweineexporte in wenige Märkte stellt ein Risiko in seuchenhygienischen Krisensituationen dar. Diese Ausrichtung ist kein Weg für die Zukunft und muss dezentraler und zukunftsfester mit einem Schwerpunkt auf den EU-Markt organisiert werden. Jetzt kommt es zudem darauf an, gerade den kleinstrukturierten Bäuerinnen und Bauern den Rücken zu stärken. Eine Beschleunigung des Höfesterbens ist zu befürchten und wäre für den Erhalt einer vielfältigen Agrarstruktur fatal. Eine zukunftsfähige und umweltfreundlichere Tierhaltung muss den Viehbesatz vor allem in Konzentrationszonen reduzieren und regionaler ausrichten, das heißt Viehhaltung darf nicht über zwei Großtieren pro Hektar stattfinden."

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