Statement vom 01.09.2021

Friedrich Ostendorff zur Sondersitzung der Agrarminister:innen zur ASP

Zu den Sonderberatungen der Agrarminister:innen über die Afrikanische Schweinepest erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Wenn Bundesministerin Klöckner zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest alle Schweine einsperren will, zeigt das nur, dass sie die Dimension des Problems nicht verstanden hat. Es ist eine Mär zu glauben, Schweine wären in hermetisch abgeriegelten Systemen weniger gefährdet, als im Außenklimastall. Klöckner versucht Freilandbetriebe zu Sündenböcken zu machen und flüchtet sich damit auf Nebenschauplätze. Dabei betrifft die Afrikanische Schweinepest alle Schweinehalter:innen gleichermaßen. Die letzten Ausbrüche in Polen und Deutschland haben gezeigt, dass es jeden Betrieb treffen kann, wenn der Seuchendruck groß ist.

Gegen diese Seuche gibt es keine einfachen Mittel. Es braucht endlich beharrliche und gut koordinierte Bekämpfungsmaßnahmen. Stabile Zäune gegen Wildschweine an den Grenzen sind entscheidend, um weitere Einschleppung zu verhindern. Die Bundesregierung muss sich bei der polnischen Regierung stärker für Bekämpfungsmaßnahmen im Grenzgebiet einsetzen. Der Bund sollte auch die Maßnahmen der Bundesländer besser koordinieren. Eine intensive Bejagung und gutes Monitoring sind die Mittel der Wahl. Wir Grüne wollen außerdem regionale Vermarktungskonzepte von Fleisch stärken, um den Absatz von Schweinefleisch in der Region zu fördern. Die bisherige Strategie einer exportorientierten Schweinefleischproduktion gerät zunehmend an ihre Grenze.“