Statement vom 06.01.2021

Friedrich Ostendorff zur Vorstellung des Fleischatlas 2021

Zur Vorstellung des Fleischatlas 2021 erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Die Konzentration der Schlachtindustrie in wenigen Regionen ist eine Fehlentwicklung. Unsere Vision sind vielfältige, dezentrale und in einem fairen Wettbewerb stehende Schlachthofstrukturen sowie nachhaltige bäuerliche Betriebe. Strukturen, die große Unternehmen der Branche bevorteilen, sollten zugunsten kleiner und mittelständischer Unternehmen verändert werden. Kleine und mittelständische Schlachthöfe entstehen bei den amtlichen Fleischbeschaukosten sowie den Energie- und Entsorgungskosten erhebliche Wettbewerbsnachteile gegenüber den Industrieschlachthöfen. Die Politik muss hier dringend eingreifen und die handwerklichen Betriebe entlasten. Andernfalls haben wir in zehn Jahren nur noch Megaschlachthöfe.

In der Tierhaltung wird zudem noch immer zu viel Antibiotika eingesetzt. Bei Mastkälbern, Masthühnern und Mastputen sind die Verbrauchsmengen in den vergangenen Jahren kaum gesunken. Bei Masthühnern und Puten beträgt der Anteil der kritischen Wirkstoffklassen (Reserveantibiotika) fast die Hälfte der eingesetzten Antibiotikamenge. Viele industrielle Tierhaltungssysteme funktionieren ohne den massiven Einsatz von Antibiotika überhaupt nicht. Wir brauchen deshalb spezifische Nutztierhaltungsverordnungen für sämtliche Nutztiere, in der bessere Haltungsbedingungen mit mehr Platz und Auslauf für die Tiere festgeschrieben werden. Und wir brauchen eine starke Reduktion des Einsatzes von Reserveantibiotika.“