Statement vom 21.04.2021

Friedrich Ostendorff zur Vorstellung des Zukunftskonzeptes des Deutschen Bauernverbandes

Zur Vorstellung des Zukunftskonzeptes des Deutschen Bauernverbandes erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

„Die Vorschläge des Bauernverbandes sind zu allgemein und unzureichend. Auf dieser Basis können landwirtschaftliche Betriebe nicht langfristig planen, sich nachhaltig aufstellen und eine echte Zukunftsperspektive entwickeln. Wir brauchen vielmehr einen Gesellschaftsvertrag und eine verlässliche Planungsgrundlage für die Betriebe. Das geht nur mit einem echten Systemwechsel, nicht mit halbherzigen Schritten, wie vom Bauernverband vorgeschlagen.

Klimaschutz funktioniert nur mit kurzen Wegen. Und höhere Preise funktionieren nur mit hoher Wertschöpfung und Qualität. Dafür brauchen wir eine Regionalisierung und Dezentralisierung von Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung. Eine regionale Herkunftskennzeichnung muss deshalb die Vielfalt der unterschiedlichen Regionen und Landschaften in Deutschland viel stärker und kleinräumiger abbilden.

Wir brauchen zudem dringend eine Honorierung von Gemeinwohlleistungen und Biodiversitäts- und Naturschutzmaßnahmen. Die Gelder müssen dabei endlich vor allem bäuerlichen Betrieben zu Gute kommen und dürfen nicht, wie bisher zu oft an Flächenbesitzer oder Kapitalinvestoren durchgereicht werden. Es ist wichtig, dass sich der Bauernverband dazu endlich auf die Seite der Landwirtschaft stellt – statt wie in der Vergangenheit zu oft die Interessen der Besitzenden zu verteidigen.“