Statement vom 02.04.2020

Gutscheinlösung für abgesagte Reisen / Veranstaltungen

Zum heutigen Beschluss des „Corona-Kabinetts“ zur Gutscheinlösung für abgesagte Reisen sowie bei Veranstaltungen erklären Markus Tressel, Sprecher für Tourismuspolitik und Tabea Rößner, Sprecherin für Verbraucherschutz:

Markus Tressel, Sprecher für Tourismuspolitik:

„Eine Gutscheinlösung darf es nur als freiwillige Option geben. Eine Gutscheinpflicht ist zum einen europarechtlich fragwürdig, da sie nicht mit der EU-Pauschalreiserichtlinie vereinbar ist, zum anderen ist sie auch ökonomisch problematisch, denn nicht alle Verbraucherinnen und Verbraucher werden auf die Rückzahlung verzichten können. Es ist daher ein falsches Signal, wenn Endkunden quasi gezwungen werden, Wirtschaftsbranchen mit zinslosen Krediten zu stützen.

Wir fordern von der Bundesregierung eine tragbare Lösung für die Reisebranche und die Kundinnen und Kunden vorzulegen. Während TUI bereits eine Zusage über 1,8 Milliarden Euro bekommen hat, warten viele kleine und mittelständische Betriebe auf Unterstützung. Mit langfristigen Darlehen aus den Mitteln der verabschiedeten Hilfspakete sowie mit Hilfe von KfW und Hausbanken könnten bis Ende April zurückgezahlte Kundengelder refinanziert werden. Es gilt die ganze Breite der Branche zu stützen.“

Tabea Rößner, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

„Eine verpflichtende Gutscheinlösung ist ein absoluter Irrweg. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher sind von dieser Krise in ihrer Existenz betroffen. Deshalb ist die Freiwilligkeit bei jeglichen Gutscheinlösungen entscheidend.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

 

Foto von Markus Tressel MdB
Markus Tressel
Sprecher für Ländliche Räume und Regionalpolitik Sprecher für Tourismuspolitik