Statement vom 19.01.2019

Harald Ebner zu Digitalisierung in der Landwirtschaft anlässlich GFFA

Zur internationalen Agrarministerkonferenz 2019 im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture  (GFFA) in Berlin mit dem Schwerpunkt Digitalisierung erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

 „Die Digitalisierung der Landwirtschaft ist in vollem Gange. Entscheidend ist, sie für die dringend nötige Agrarwende statt für einen bloßen System-Bugfix zu nutzen. Wenn Digitalisierung nur genutzt wird, um Pestizide zielgenauer einzusetzen, ist damit wenig geholfen. Wir brauchen nicht weniger vom Falschen, sondern endlich das Richtige. Wer Digitalisierung nur innerhalb des bestehenden Systems denkt, verschenkt ihr Potenzial. Intelligente kleine Roboter, die Mischkulturen pflegen und Beikräuter mechanisch entfernen, könnten dagegen ein sinnvoller Ansatz sein.

Entscheidend wird auch sein, wer die Kontrolle über neue digitale Technologien und Daten hat. Wenn alles in der Hand weniger Großkonzerne ist, droht eine Monopolisierung mit allen bekannten negativen Folgen wie beim großflächigen Einsatz von Gentechnik-Pflanzen und darauf abgestimmten Pestiziden vor allem in Nord- und Südamerika. Eine intelligente, vielfältige, kleinteilige und demokratische "Digitalisierung von unten" verbunden mit einem starken Datenschutz hätte dagegen das Potenzial, ganz normale klassische Züchtung per digitaler Vernetzung um das zwanzigfache zu beschleunigen. Damit können die künftigen Herausforderungen Klimakrise und Welternährung gut bewältigt werden. Ohne Gentechnik, ob alt oder neu.“

 Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Harald Ebner

Sprecher für Waldpolitik Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik