Statement vom 30.10.2019

Harald Ebner zu Glyphosat-Klagen

Zur drastisch gestiegenen Zahl der Glyphosat-Klagen gegen Bayer und zur heutigen Ankündigung von Agrarministerin Klöckner, Gerichtsurteile gegen Pestizid-Umweltauflagen ungeprüft hinzunehmen, erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

"Bayers Glyphosat-Problem wird immer größer. Doch allen Beteuerungen von Zuhören, Umsteuern und Nachhaltigkeit zum Trotz hält der Konzern verbissen an Glyphosat fest. Da Bayer seinen Allround-Pflanzenvernichter offenbar um jeden Preis auch künftig verkaufen will, ist mehr als fraglich, wie ein Vergleich überhaupt aussehen könnte. Denn so wird es immer wieder weitere Glyphosat-Geschädigte geben, die klagen werden. Auf Julia Klöckner kann Bayer dagegen zählen. Dass die Agrarministerin die fatalen erstinstanzlichen Urteile gegen Umweltauflagen für Pestizide ohne Überprüfung schluckt, spielt Bayer und anderen Pestizid-Herstellern in die Hände. Dabei stehen diese Urteile im klaren Widerspruch gerade auch zur EU-Zulassung für Glyphosat, in der Umweltauflagen zum Schutz der Artenvielfalt ausdrücklich gefordert werden. Klöckner muss heute die letzte Chance nutzen und fristgemäß Revision einlegen lassen, sonst macht sie die gesamte Arten- und Insektenschutzpolitik der Bundesregierung vollkommen unglaubwürdig. Und Umweltministerin Schulze kann nur tatenlos zusehen, da nicht ihre, sondern Klöckners Zulassungsbehörde BVL verklagt wurde."

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Harald Ebner
Sprecher für Waldpolitik Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik