Statement vom 30.01.2019

Harald Ebner zu Glyphosat/Herstellertexte in behördliche Risikobewertungen

Zum Bericht der Bundesregierung und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zur ungekennzeichneten Übernahme von Hersteller-Textpassagen in behördliche Risikobewertungsberichte heute im Agrarausschuss erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

„Die Bundesregierung und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben heute im Agrarausschuss ein weiteres Mal die bisher gängige Praxis des „Copy and Paste“ von Herstellertexten in behördlichen Risikobewertungen eingeräumt. Damit wurde die eigentliche Urheberschaft der Bewertung kritischer Studien in den Berichten effektiv verborgen.

Auch wenn es in der Vergangenheit tatsächlich bei den Behörden allgemein so üblich und anerkannt gewesen sein sollte, ist ein solches Vorgehen wenig geeignet, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Unabhängigkeit der Risikobewertung zu stärken. Deshalb ist es ausdrücklich zu begrüßen, wenn das BfR – laut eigener Auskunft – das Verfahren inzwischen verändert hat, um die Transparenz zu erhöhen. Warum nicht gleich so? Dieser Fall zeigt einmal mehr: Wir brauchen dringend echte Transparenz auf allen Ebenen und in jeder Hinsicht bei den Zulassungsverfahren.“

Harald Ebner
Sprecher für Waldpolitik Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik